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Unter Blitzschutz versteht man Vorkehrungen gegen schädliche Auswirkungen von Blitzeinschlägen
auf bauliche Anlagen.
Blitzeinschläge können Teile von Gebäuden ohne Blitzschutz zerstören, wenn zum Beispiel in Baustoffen enthaltenes Wasser explosionsartig verdampft oder Brände entstehen.
Der Blitz kann direkt oder durch sein starkes elektromagnetisches Feld in elektrische Leitungen
(zum Beispiel von Antennen oder Photovoltaikanlagen) oder Rohrleitungen (z.B. von Solarkollektoren) einkoppeln und in das Innere von Gebäuden eindringen und dort weitere Zerstörungen anrichten.
Ein vollständiges Blitzschutzsystem besteht aus einem äußeren Blitzschutz und einem inneren Blitzschutz (Überspannungsschutz).
Äußerer Blitzschutz
Der äußere Blitzschutz bietet Schutz bei Blitzeinschlägen, die direkt in die zu schützende Anlage erfolgen. Er besteht aus Fangeinrichtungen, Ableitungsanlage und Erdungsanlage. Bei einem idealisiert angenommenen Gebäude, dessen Dach und Außenwände aus Metall oder Stahlbeton bestehen, könnte der äußere Blitzschutz als „Faradayscher Käfig“ ausgeführt werden.
Innerer Blitzschutz
Der innere Blitzschutz ist die Gesamtheit der Maßnahmen gegen Auswirkungen des Blitzstromes und der Blitzspannung auf Installationen sowie elektrische und elektronische Anlagen der baulichen Anlage.
Wenn der äußere Blitzschutz keinen „faradayschen Käfig“ bildet, müssen Fangeinrichtungen und Ableitungen ausreichenden Abstand zu anderen unmittelbar oder mittelbar geerdeten Teilen aufweisen, um Lichtbögen zu vermeiden.
Zu diesen geerdeten Teilen zählen Antennen und deren Kabel, andere elektrische Leitungen sowie Dachrinnen, Fallrohre, Attika und andere Rohrleitungen aus Metall.
Der notwendige Abstand wird durch die Schutzklasse, die Entfernung vom Hauptpotentialausgleich, den Werkstoff zwischen den Teilen und die Anzahl der Ableitungen bestimmt und muss im Einzelfall berechnet werden.
Je höher eine Stelle einer Fangeinrichtung oder Ableitung über dem Hauptpotentialausgleich liegt, desto größer
ist der erforderliche Abstand.
Wenn er an einer Stelle nicht eingehalten werden kann, muss dort ein Potentialausgleich zwischen der
Fangeinrichtung oder Ableitung und den betreffenden geerdeten Teilen hergestellt werden, die in ihrem weiteren Verlauf wie Ableitungen zu behandeln sind.
Für den Potentialausgleich von elektrischen Leitungen werden Überspannungsschutzgeräte eingesetzt,
die in der Norm EN 61643-11 in drei Kategorien eingeteilt sind:
SPD Typ 1 müssen an allen Einführungen von elektrischen Leitungen in den Schutzbereich des äußeren Blitzschutzes eingesetzt werden. Sie leiten den vollen Blitzstrom ab, belassen es aber bei einer für elektronische Geräte gefährlichen Überspannung.
SPD Typ 2 reduzieren das von SPD Typ 1 hergestellte Spannungsniveau weiter. Sie werden in Verteilern eingesetzt.
SPD Typ 3 reduzieren das von SPD Typ 2 hergestellte Spannungsniveau auf ein für elektronische Geräte ungefährliches Maß. Sie werden in Überspannungsschutz-Steckdosen, Überspannungsschutz-Steckdosenadaptern und Endgeräten eingesetzt.
Überspannungsschutz
Unter Überspannungsschutz wird der Schutz elektrischer und elektronischer Geräte vor zu hohen elektrischen Spannungen verstanden. Die Überspannungen werden durch den Blitz als Naturereignis oder durch kapazitive und induktive Einkopplungen anderer elektrischer Systeme (z.B. Schalthandlungen im Versorgungsnetz) hervorgerufen. Ein Überspannungsschutz arbeitet so, dass er Spannungsüberschüsse manchmal in wenigen Milliardstel einer Sekunde abfängt und verteilt bzw. ableitet.
Potentialausgleich
Als Potentialausgleich wird eine elektrisch leitfähige Verbindung bezeichnet, die unterschiedliche elektrische Potentiale und somit eine elektrische Spannung zwischen leitfähigen Körpern (z.B. Gehäuse elektrischer Betriebsmittel, Wasser- und Heizungsrohren, Antennenanlagen, Fundamenterder) verhindern oder zumindest stark reduzieren sowie den Erdungswiderstand minimieren soll.
Erdung
Die Erdung ist eine elektrisch leitfähige Verbindung mit dem Erdboden. Die Erde besitzt das Potential Null, während der restliche Stromkreis auf einem anderen (meist höheren) Potential liegt. Bei jedem elektrischen System oder Gerät müssen die zugänglichen metallischen Teile, beispielsweise Gehäuse und Schalter, geerdet sein. Ist dies nicht der Fall, kann beim Versagen einer Isolation oder bei einer anderen Fehlfunktion ein Teil des Systems eine Spannung relativ zur Erde führen und dem Benutzer einen lebensgefährlichen elektrischen Schlag versetzen.
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Äußerer Blitzschutz 1.Firstbügel 2.Multiklemme 3.Erdungsrohrschelle 4.Fangstange 5.Stangenhalter 6.Dachleitungshalter 7.Rohrschelle 8.KS-Klemme 9.Dachrinnenklemme 10.Schneefangg.-Klemme 11.Leitungshalter 12.Regenrohrschelle 13.Funkenstrecke 14.Trennklemme 15.Flachbandhalter 16.Isolierung 17.Falzklemme 18.Blitzableiter-Draht 19.Fundameterder 20.Diagonal-Kreuz-Klemme 21.Bandstahlerder |
Innerer Blitzschutz 22.Potentialausgleichschiene 23.elektr. Hausanschluss 24.Stromzähler 25.Überspannungsableiter 26.elektr. Verteileranlage 27.Potentialausgleichleitung 28.Wasserversorgung 29.Gasversorgung 30.Öltank 31.Öltanklüftung 32.Badewanne 33.Gaszähler 34.Wasserzähler 35.Heizungsanlage 36.Dusche 37.Abwasser 38.elektronisches Gerät 39.Überspannungs- feinschutz 40.Telefone und Anlagen |

Produkte – Äußerer Blitzschutz
Technische Daten:
ISO-Fugal Blitzableiterdraht Durchmesser 8/11 mm aus Aluminium AlMgSi 0,5 mit halogenfreiem Kunststoffmantel
Technische Daten:
Fangstange Durchmesser 16 mm Stahl/verz.,nach DIN 48 802 beidseitig angekuppt, Länge 0,75 m
Produkte – Innerer Blitzschutz
Technische Daten:
Steckdosenadapter (1-fach) mit kombiniertem Überspannungsschutz für die Energie- und Datenseite von Telefonen und Faxgeräten.Überspannungsableiter Typ 3 nach DIN EN 61643-11. Schutz von elektronischen Endgeräten.Optische Funktionsanzeige.Max. Vorsicherung: 16 ANennableitstoßstrom: 2,5 kA (8/20) Schutzpegel Up: < 1,5 kV Anschlüsse: RJ11 Buchse/RJ11 BuchseTyp: P-DA 1 TEL
Technische Daten:
Blitzstrom-Kombiableiter Typ 1+2 (1-polig) nach DIN EN 61643-11. Schutzgerät ausgeführt als steckbarer Hochleistungsvaristorableiter.Zinkoxidvaristor mit thermischer Abtrenn- und Überwachungsvorrichtung.Höchste Dauerspannung: 280 V AC / 50 Hz Nennableitstoßstrom: 35 kA (8/20) Maximaler Ableitstoßstrom: 60 kA (8/20) Impulsstrom: 8 kA (10/350)Schutzpegel Up: < 1,5 kV Max. Vorsicherung: 125 A gL/gG Einbaubreite: 1 TE Montage auf Hutschiene 35 mm n. EN 60715Typ: P-HMS 280
Referenzen
Pliensauturm in Esslingen

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